Filmriss – die Preisträger der 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin

Die erste Sendung zu den Preisträgern der 66. Berlinale ist fertig. Bei Lübeck FM läuft sie am Sonnabend, 27. Februar, um 17:00 Uhr. Bei Lübeck FM (UKW 98,8 MHz) oder Livestream bei okluebeck.de. Bei Westküste FM ist die Sendezeit, Montag, 29.2., 18:00 Uhr.

http://okluebeck.de/hl/hoeren/livestream/stream.html

Stimmen und Stimmungen von den Gewinnern der Silbernen Bären und des Goldenen Bärs.

Fuocoammare – Gianfranco Rosi (Goldener Bär)

Smrt u Sarajevu / Mort à Sarajevo / Death in Sarajevo – Danis Tanović (Großer Preis der Jury)

Mia Hansen-Løve für L‘ avenir (Things to Come) mit Isabelle Huppert – beste Regie

Trine Dyrholm in Kollektivet (The Commune) von Thomas Vinterberg (Beste Schauspielerin)

Majd Mastoura in Inhebbek Hedi (Hedi) von Mohamed Ben Attia (Bester Schauspieler)

Tomasz Wasilewski für Zjednoczone stany miłości (United States of Love) von Tomasz Wasilewski – Bestes Drehbuch

Mark Lee Ping-Bing für die Kamera in Chang Jiang Tu (Crosscurrent) von Yang Chao (Silberner Bär für eine herausragende künstlerische Leistung)

Den Film von Alfred-Bauer-Preisträger  Lav Diaz Hele Sa Hiwagang Hapis / A Lullaby to the Sorrowful Mystery mit einer Länge von 482 Minuten hat kein Redaktionsmitglied gesehen…….

In Kürze dann die Sendung zu den Preisträgern der unabhängigen Jurys und der Publikumspreise mit ausführlichem Interview mit Bouli Lanners (Les premiers les derniers – Ökumenischer Filmpreis/Panorama).

 

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Filmriss – die Preisträger der 66. Internationalen Filmfestspiele Berlin

Berlinale:Preise für queeres Kino

Auf der 66. Berlinale war der queere Film diesmal besonders erfolgreich. Neben den traditionellen Teddy Awards ging auch der Silberne Bär für das beste Drehbuch an einen queeren Film, nämlich an Tomasz Wasilewski für Zjednoczone stany miłości (United States of Love aus Polen) sowie der Hauptpreis für den besten Film im Wettbewerb Generation 14 Plus an den lesbischen Film RARA aus Chile/Argentinien. Und zusätzlich gibt es beim Panorama-Publikumspreis in der Kategorie Doku eine kleine Sensation: die ersten 3 Plätze gingen an queere Filme. Das gab es meines Wissens noch nie… bei 30.000 abgegebenen Stimmzetteln ist das schon eine toller Erfolg für den queeren Film und insbesondere queere Dokus.

PANORAMA  PUBLIKUMS-PREIS GEWINNER  PANORAMA  DOKUMENTE 2016:

WHO’S GONNA LOVE ME NOW?
Israel / Großbritannien 2016
Von Tomer & Barak Heymann

2. Platz Panorama  Publikums-Preis – Panorama  Dokumente 2016

STRIKE A POSE
Niederlande / Belgien 2016
Von Reijer Zwaan, Ester Gold

3. Platz Panorama  Publikums-Preis –  Panorama Dokumente 2016

WEEKENDS
Republik Korea 2016
Von Lee Dong-ha

Berlinale:Preise für queeres Kino

Wettbewerb – Midnight Special von Jeff Nichols (USA 2016)

Midnight_Special_Berlinale_2016

Ein Vater ist mit seinem kleinen Sohn auf der Flucht. Geht es um einen Scheidungskrieg? Wer verfolgt sie? Was hat eine Gruppe von religiöser Eiferern mit dem Jungen namens Alton zu tun? „Midnight Special“ von Jeff Nichols beginnt als spannender Mysterythriller und Roadmovie. Im Lauf des Films stellt sich allerdings schnell heraus, dass der kleine Alton alles andere als ein ganz normaler Junge ist.

Science Fiction-Filme sind im Wettbewerb der Berlinale eher selten zu finden. Eine Ausnahme bot in diesem Jahr der vierte Spielfilm des amerikanischen Regisseurs Jeff Nichols. Mit „Take Shelter – Ein Sturm zieht auf“ hat er bereits 2011 Paranoia und Mystery erfolgreich zusammengeführt. Sein letzter Film war das Jugenddrama „Mud – Kein Ausweg“ mit Matthew McConaughy aus dem Jahr 2012.

Die Grundidee für seinen neuen Film hatte er nach der Geburt seines Sohnes.

„Als mein Sohn ein Jahr alt wahr, war ich immer noch dabei herauszufinden was es heißt ein Vater zu sein. Er bekam einen Fieberkrampf als Folge eines ansteigenden Fiebers. Ein sehr beängstigender Moment für meine Frau und mich. Wir rasten ins Krankenhaus und ich hatte Angst er könne sterben. Zum Glück ist ihm nichts passiert und es ging alles gut aus. Aber in dem Moment habe ich verstanden, dass ihm jederzeit etwas schlimmes passieren kann und ich keine Kontrolle darüber habe.“

(Regisseur Jeff Nichols auf der Berlinale-Pressekonferenz zu „Midnight Special“ am 12. Februar 2016.)

Die Hauptrolle in „Midnight Special“ übernahm erneut Michael Shannon, der bisher in allen von Nichols Filmen mitgespielt hat. Nach vielen Nebenrollen in Filmen von Sam Mendes, William Friedkin oder Oliver Stone wird er hier endlich und endgültig zum filmtragenden Hauptdarsteller. In weiteren Rollen sind Kirsten Dunst als Mutter des kleinen Alton, sowie der neue Star Wars Bösewicht Adam Driver als NSA-Spezialist zu sehen. Den Jungen spielt der 13-jährige Jaeden Lieberher. Die Musik hat wie schon bei „Take Shelter“ und „Mud“ der amerikanische Komponist David Wingo eingespielt. Sein bedrohlich wummernder, minimalistisch-elektronischer Score verweist auch schon auf die großen Vorbilder für Nichols Film, nämlich Starregisseure wie Steven Spielberg und John Carpenter.

„Zu Filmen wie „Starman“ von John Carpenter, „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ und „E.T. Der Außerirdische“ (von Steven Spielberg) habe ich ja ganz offensichtlich eine ästhetische Verbindung. Mit diesen Filmen bin ich aufgewachsen. Ich liebe es, wie sie aussehen. Ich liebe es, welche Gefühle sie mir vermitteln. Blaues Lens Flare, tiefschwarze Farben – die Textur dieser Filme wollten wir nachbilden. Diese Verbindung haben wir sehr bewusst herausgestellt. Ebenfalls sehr wichtig sind bei diesen Filmen meiner Meinung nach die Elemente Spannung und Mystery. Als Kind hat es mir immer großen Spaß gemacht, diese Filme neugierig zu schauen, ohne all das genau zu verstehen, was da passierte und sie danach erst auseinander zunehmen und zu analysieren“

(Regisseur Jeff Nichols auf der Berlinale-Pressekonferenz zu „Midnight Special“ am 12. Februar 2016.)

Staatliche Überwachung, Paranoia, religiöser Wahn und Familiendrama. Wiederkehrende Themen in den Filmen von Jeff Nichols, die der Regisseur diesmal mit Versatzstücken des Genrekinos der 80er Jahre vermischt. Herausgekommen ist dabei ein spannendes Roadmovie und ein intelligenter Sciene-Fiction-Film mit tollen Darstellern, dem lediglich bei den allzu kitischigen Spezialeffekten am Ende ein wenig die Luft ausgeht.

„Midnight Special“ von Jeff Nichols läuft seit dem 18. Februar bundesweit in den Kinos.

Von Oliver Schaefer (Oldenburg Eins / soundundvison).

Wettbewerb – Midnight Special von Jeff Nichols (USA 2016)

Über die Redaktion Filmriss

Filmriss ist eine gemeinsame Redaktion norddeutscher nichtkommerzieller Bürgermedien während der Berlinale. Die Redaktion besteht aus 12 voll akkreditierten Redakteuren der Sender OK Westküste, OK Lübeck, OK Kiel, Oldenburg eins, Tide 96,0 Hamburg sowie dem StadtRadio Göttingen und berichtet mittlerweile seit 20 Jahren jährlich vom Filmfestival.Während der Berlinale sendet das Projekt jeweils werktags eine Stunde live (17:05 –18:00 Uhr) Reportagen, Filmkritiken, Nachrichten und Interviews rund um die Berlinale. Die Redaktion Filmriss berichtet über nahezu alle Programmsektionen und das Geschehen rund um den Potsdamer Platz. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Besprechung von „Special Interest Produktionen“, d.h. Filmen die primär in Programm- und Off Kinos laufen werden.

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